dark side zug

coratian flag

Fliederweg, Zug

Dark Side“ führt zur weniger bekannten Rückseite der Stadt Zug und hinein in die Normalität der Agglomeration. Künstlerische Positionen der Masterklasse 2012 der HSLU Design&Kunst Luzern führen zu Rückwänden, Abgründen und Schattenseiten von Zug.

Führung am 30.6.2012, Besammlung 19:00 Treffpunkt Bahnhof Zug Tourist Information.
Dauer 2.5 h

Anleitung: Sammeln sie bis Tourende 10 Steine – 5 in der rechten Tasche – 5 in der linken Tasche (frei nach „Anti-Ödipus: Kapitalismus und Schizophrenie I“, Gille Deleuze und Félix Guattari, Suhrkamp 1977)

Bahnhof Richtung Grafenau/Sportanlage verlassen und in die Dammstrasse einbiegen bis zur Nummer 2:

19 : „Transceiver – Eine Übertragung“ von Monica Valdivia
Versuchen sie durch täglich wiederkehrende künstlerische Handlung Energie unter der Eiche in diesem konflikt- und spannungsgeladenen Ort abzugeben: Zug Grafenau.

Hier sitzt die Gasprom-Tochter Nord Stream mit Gerhard Schröder als Vorsitzenden des Aktionärsausschusses. Der russische Gasriese versteuert in Zug Europas grösstes Ostseepipeline-Energie-Projekt. Auch die BASF-Tochter Wintershall, der nach eigenen Angaben führende Erdöl- und Erdgasproduzent Deutschlands, ist mit einem Ableger in Zug vertreten und am Projekt beteiligt.

Grafenauweg, Zug

Wikipedia: Eiche
Die Eichen (Quercus) sind eine Pflanzengattung aus der Familie der Buchengewächse (Fagaceae). Der deutsche Name ist mit dem lateinischen escafür Speise verwandt, was darauf hinweist, dass Eichenfrüchte früher große Bedeutung für die Schweinehaltung hatten.
Die Gattung umfasst etwa 400 bis 600 Arten, davon bis zu 450 in der Untergattung Quercus und bis zu 150 in der Untergattung Cyclobalanopsis.
Schon von alters her ist den Menschen aufgefallen, dass Eichen eine ungewöhnliche Vielfalt von Insekten beherbergen (bis zu 1000 Arten in einer Krone). Die Spezialisierung zahlreicher Insekten auf diese Bäume gilt als ein Zeichen des hohen entwicklungsgeschichtlichen Alters (Koevolution). Die Eiche ist Nahrungshabitat der Raupen von vielen Schmetterlingsarten.
In den alten Religionen, Mythen und Sagen war die Eiche ein heiliger Baum. Häufig wurde sie mit blitztragenden Göttern oder Götterfürsten in Verbindung gebracht.
Dem Himmelsherrscher und Wettergott Taranis gewidmet. Durch den römischen Geschichtsschreiber Plinius dem Älteren ist überliefert worden, dass die Kelten ohne Eichenlaub gar keine kultischen Handlungen vollzogen. Die sakrale Bedeutung der Eichen für die Kelten ist auch daran zu erkennen, dass das keltische Wort Druide für Priester von duir abgeleitet ist, was Eiche bedeutet. Auch die Wörter Türe und Tor haben ihren Ursprung im keltischen duir. Wer widerrechtlich einen Eichhain fällte, der war dem Tode geweiht.
Symbol für die Ewigkeit (ein Eichenleben überdauert 30 Generationen).
Der Künstler Joseph Beuys präsentierte in Kassel zur documenta 7 das Werk „7000 Eichen“.
Alle Teile der Eiche, besonders unreife Eicheln, sind wegen der enthaltenen Gerbstoffe giftig und können zu gastrointestinalen Symptomen (Magenschleimhautreizung, Erbrechen, Durchfälle) führen. Die Eiche wird auf Grund dieses Gerbstoffgehaltes ihrer Rinde aber auch als Heilpflanze eingesetzt.

Als Gegenpart zur Eiche auf dem Grafenau Areal leuchtet in der Flucht rot eine Skulptur (siehe auch Kunst im öffentlichen Raum – Zug oder Karte Kunst in Zug).

Verlassen sie das Areal über die Dammstrasse und überqueren sie die Gubelstrasse bei den Lavendelbeeten in Richtung Baarer Fussweg.

rabat gubelstrasse ZugWikipedia: Lavendel
Der Echte Lavendel (Lavandula angustifolia, Syn. Lavandula officinalisLavandula vera) ist eine Pflanzenart aus der Familie der Lippenblütler(Lamiaceae).[1] Die Pflanze findet hauptsächlich Verwendung als Zierpflanze oder zur Gewinnung von Duftstoffen.
Als Droge dienen:

  • Die kurz vor der völligen Entfaltung gesammelten und getrockneten Lavendelblüten (Lavandulae flos)
  • Das durch Wasserdampfdestillation aus den frischen Blüten oder Blütenständen gewonnene ätherische Öl (Lavandulae aetheroleum).

Lavendelblüten haben leicht beruhigende, blähungswidrige und gallentreibende Eigenschaften. Man nutzt dies zur Milderung folgender Beschwerden: Innere Unruhe, nervöse Erschöpfung, Einschlafstörungen, Migräne, auch bei nervösen Magen- Darm und Gallenbeschwerden (Falls sie zuviel der Eiche genossen haben sollten).

 13 : „chromeo“ von David Kümin

Dokumentation und Vermittlung mit Hilfe des QR-Codes

An der Stützmauer des Bahndamms finden sich Spuren eine Street-Art-Intervention aus den 90er Jahren. Bereits in den 90er Jahren diente die Mauer als Hall of Fame, d.h. als legal bemalbare Übungswand, zu der Aktivisten aus der ganzen Schweiz und Deutschland anreisten, um ihre Spuren zu hinterlassen.

Ein Blog liefert Informationen über die Geschichte der Wand, relevante Ausschnitte aus der MA-Thesisschrift, interessante thematische Links und allfällige Vermittlungsangebote

Unterstützen sie deren Zukunft als Plattform für wechselnde Bespielungen.

Folgen sie dem Bahndamm und kehren sie zurück zu Dammstrasse Richtung Landis+Gyr-Strasse.

Landis+Gyr to be Acquired by Toshiba for US$2.3 Billion, by PR Newswire May 19, 2011

3 : „be zug“ von Fabienne Arnold

Drahtfiguren werfen Schatten in Lebensgrösse auf die unwirtliche Fassade des Gewerbegebiets. Die Projektoren platzieren die Passant_innen ins Schattenspiel. Flüchtige Ereignisse am unsichtbaren Ende, wo auch Firmensitze mit ihren Fingern mitspielen.

be zug

Die Lichtinszenierungen des Projektes «be zug» befinden sich im Zytturm, in der Goldgasse und am Bundesplatz 6, beim hinteren Hauseingang in Richtung der Bahngleise.

Wikipedia: Lichtkunst

Kehren sie nun zurück zum Baarer Fussweg und folgen sie den Geleisen Richtung Unterführung an der Feldstrasse.

Intervention am Baarer Fussweg

Entlang der Schrebergärten am Baarer Fussweg zieht sich ein Gebäude (Parkhaus) der Siemens Schweiz AG.

Wikipedia: Schrebergarten auch Kleingarten genannt, bezeichnet ein eingezäuntes Stück Land als Garten, insbesondere eine Anlage von Grundstücken, die von Vereinen (Kleingärtnervereinen, Kleingartenvereinen, ostdeutsch auch Gartensparte) verwaltet und günstig an Mitglieder verpachtet werden.

Gemäss Office International du Coin de Terre et des Jardins Familiaux, eine seit 1926 bestehende Vereinigung von über drei Millionen europäischer Kleingärtner_innen, beschreibt die sozialen Funktionen von Kleingärten unter anderen wie folgt:

  • Berufstätigen bieten die Kleingärten eine Entspannung vom Arbeitsstress durch gesunde Betätigung; eine ideale Alternative zum Arbeitsalltag.
  • Arbeitslosen bieten die Kleingärten das Gefühl, gebraucht zu werden und noch dazu zugehören; ein Mittel den Müßiggang zu vermeiden; ein Zuschuss an frischem Gemüse zu einem Minimalpreis.
  • Immigranten bieten die Kleingärten eine Möglichkeit Kontakte zu knüpfen und sich besser im Aufnahmeland zu integrieren (siehe auch  „Interkulturelle Gärten“ oder Interkulturelle Gärten Schweiz).
  • Behinderten bieten die Kleingärten einen Ort an dem er am Vereinsleben teilnimmt, Kontakte knüpft und so der Isolierung entgeht; das Erleben vom Säen und Pflanzen, vom Wachsen, Gedeihen und Ernten.
  • Senioren bieten die Kleingärten einen Ort des Gesprächs und der Ruhe durch die Zusammenführung von Menschen mit gleichen Interessen; über Jahre gewachsene Kontakte; individuelle Selbstverwirklichung und Beschäftigung im 3. Lebensabschnitt.
1925 wurde der Schweizer Familiengärtnerverband durch die kantonalen Dachverbände von Basel, Bern, Genf, Lausanne und Zürich unter den Namen Schweizerischer Kleingärtnerverband als gesamtschweizerischer Dachverband gegründet. Dem Dachverband haben sich rund 25.000 Mitglieder und gegen 400 Gartenareale angeschlossen. 1974 erfolgte eine Aufteilung in die Regionen Suisse romande, Basel, Bern, Ostschweiz, Zentralschweiz und Zürich.

Siemensgebäude Innere Güterstrasse

Im 2012 sind für die Siemens Schweiz AG neu oder mutierend als Zeichnungsberechtigte im Handelsregister eingetragen:

Heffter Karin, ehemalige Staatsanwältin am Landgericht in Frankfurt am Main, deutsche Staatsangehörige, Bäch SZ, hat 2010 für die Obersee Parents Community über den ersten Family Fun Day der Obersee Bilingual School in Freienbach (SZ) geschrieben, einer Gemeinde für Steuerflüchtlinge.

Bartels Ingo, von Winterthur, Mettmenstetten, ist leitender Revisor der Rechnungsprüfngskommission von Mettmenstetten und gemäss „swiss-register.ch“ Inhaber der Domain „freibeutershop.de“

Kupschke Nils, deutscher Staatsangehöriger, Wilen bei Wollerau, ist Head Operations Excellence & Quality bei Siemens Building Technologies und bevor er zu Siemens kam Deputy General Manager bei der Volkswagen Group China. Er und Thilo Cramer (aktiv in der Flächenmodellierung) waren vom 07.03. – 10.03.12 Gäste der Dive Society Dumaguete auf den Philippinen.

Tilzen Uwe, österreichischer Staatsangehöriger, wohnhaft in Zug ist technischer Leiter der Business Unit Security Systems DE Siemens. Ich bin mit Herrn Tilzen auf Sing im 4. Grad in Verbindung (3. Barbara Ebenbichler Unternehmerin > 2. Reinhold Schneider Coaching nach dem Gesetz der Anziehung & Holistisch Heilen© > Anneliese Strasser Malwerkstattwolfgangseee). Bei der Euro 2008 war er als Geschäftsgebietsleiter Security Systems Siemens bei der biometrische Zutrittskontrolle involviert.

Reinhold Thorsten, deutscher Staatsangehöriger, lebt in Rapperswil-Jona und ist seit 2012 Kadermitglied bei Siemens. Sein Namensvetter hat 1992 im Film „die Ratte“ von Lemke einen Jungen Mann gespielt. Ein weiterer Reinhold Thorsten hat den virtuellen Friedhof „In Frieden.de“ gegründet.

Sticher Stephan, von Zürich, lebt in Bonstetten, und kennt möglicherweise: Paul Zbinden, Rolf Renz, Franz Steinegger, Peter Grüschow, Samuel Schlatter. Sticher ist HR Business Partner bei Siemens Schweiz AG.  2009 kam HR Siemens auf den 3. Platz des HR Awards. Sein Namensvetter war von 2006 bis 2007 Präsident des Grazer Fussballclub GAK. Der konkursiete Klub kam anfangs 2012 gemäss der „Kleine Zeitung“ ins Visier der Justiz wegen Betrug, Beeinträchtigung von Gläubigerinteressen und Hinterziehung. Sticher baute eines der größten privaten Beratungs- und Qualifizierungsunternehmen auf.

Am Ende des Baarer Fusswegs biegen sie nun in die Feldstrasse und nehmen die Unterführung bei den Bahngleisen Richtung Baarerstrasse.

Orris Fettwerk Baarerstrasse 117, Zug

Nach der Unterführung an der Baarerstrasse 117 steht das Orris Fettwerk AG zur Fabrikation von und Handel mit Margarine, Speisefetten, Speiseölen und verwandten Artikeln.

Die AG wurde 2006 aus dem Handelsregister gelöscht.

Die ehemaligen Fabrikations- und Lagerräume der Orris Fettwerk AG sind gemäss Bebauungsplan Untermüli der Stadt Zug geschützt.

Fett gilt spätestens seit den Arbeiten von Beuys als ein durch Kunst geadeltes Material. So sei hier nur an den Prozess 1987  Johannes Stüttgen, einem „Meisterschüler“ des verstorbenen Joseph Beuys gegen das Land Nordrhein Westfalen erinnert. Stüttgen verlangte vom Land 50 000 Mark Schadensersatz für ein Kunstwerk, das ihm der Meister einst schenkte: eine Skulptur aus fünf Kilogramm deutscher Markenbutter in den Ecken des Raum 3 der Kunstakademie in Düsseldorf angebracht – die sogenannte „Fettecke„, wie sie nur noch genannt wird. Nach Beuys Tod im Januar 1986 sei der Raum 3 dann kaum noch benutzt worden. Der Raum verwahrloste und Putzfrauen der Kunstakademie wurden schließlich angewiesen, ihn zu säubern. (Die Zeit Online, Kunst im Eimer, 6.11.1987 Nr. 46). Das Land Nordrhein-Westfalen zahlte an ihn in einem Vergleich in zweiter Instanz 40.000 DM Schadensersatz. (Der Beuys’sche Fetteckenfall lässt grüssen, Wissmit.com)

Überqueren sie nun die Kreuzung Baarerstrasse / Göbelistrasse

12 : „w hole“ von Claudia Kübler

„Das Loch ist die Grube, in der ich grabe. Das Loch ist meine Arbeit. Ich mache Löcher, suche Löcher, sammle sie, zeichne sie, untersuche sie, bilde sie ab.“

Kübler interessiert das Loch als Metapher für das Fehlende, die Leerstelle, das Abwesende. Wenn man davon ausgeht, dass das Loch zeigt, was fehlt, und das Fehlende sich eben durch seine Absenz auszeichnet, dann lässt es sich nicht sammeln, ohne zum Gefundenen in der Präsenz zu werden.

Für sie ist das Loch als Resultat einer Grabung oder Suche, als Verletzung einer Oberfläche, und damit als Öffnung: ein Eingang oder Zugang in ein Inneres, das Loch als Schwachstelle, als Ausgangspunkt eines Fluchtwegs, als Indiz einer Übernutzung. Das Loch als Leck, als Ort des Verlusts.

Kübler trägt das Loch nach Zug. Hier und da wird es plötzlich auftauchen und während seiner temporären Einschreibung in eine jeweilige Umgebung irritieren.

Begeben sie sich nun auf der Baarerstrasse in Richtung Baar

Baarerstrasse, V-Zug orama

V-Zug orama

An der Baarerstrasse treffen wir auf eine Reihe neuzeitlicher Büroüberbauungen wie die Nr. 131-141 vis-à-vis des Zugoramas, dem Schauraum der V-Zug. oder oder die nr. 145.

An der Baarerstrasse 131 hat  die Hugo Boss Trademark Management und Dienstleistungs GmbH ihren Sitz. In der Nr. 133 ist der Firmensitz der Hugo Boss International Markets AG, sowie der Generalsitz der Helvetia Versicherungen. Die Nr 135 wird unter anderem von der APERAM, vormals: ArcelorMittal, belegt – einem der weltweit grössten Stahlproduzenten mit einem Turnover von 4.4 Billionen Euro im 2007. Ein weitere Briefkasten wird von der Elephant Talk Communication (Europe) GmbH gefüllt,  deren Firmenzweck die Übernahme von Vertretungen von Telekommunikationsunternehmen in Europa ist. In der Nummer 137 findet sich das Komitee der Unterstützung des Präsidenten der Russischen Föderation. Die Nummer 139 wird von der BP Schweiz und Europa zur Steueroptimierung belegt, wo auch ihr Wohlfahrtsfonds ist.  In Nachbarschaft in der Nr. 141 treffen wir auf die Russian Coal Trading AG.

Machen sie sich nun weiter auf den Weg auf der Zugerstrasse weiter in Richtung Baar.

Vogel Vivarium

Beachten sie auf der rechten Seite Stadt auswärts das von privater Hand erstellte Gelände für Vögel.

Wikipedia: Birdscage
Val Goldman will Barbara Keeley, die Tochter des konservativen Senators Kevin Keeley, heiraten. Der Senator steht derzeit unter Druck, da der Anführer der Gruppe der Politiker, der er sich angeschlossen hat, in einen Sexskandal verwickelt wurde. Durch den Druck der Presse und dem Zureden seiner Frau, beginnt er die Hochzeit zu befürworten, da sie die traditionellen Werte symbolisieren und gut für das Image sein könnte.
Der Senator ahnt nicht, dass Vals‘ Vater Armand homosexuell und kein Botschafter ist, sondern einen Nachtclub betreibt, in dem sein Lebensgefährte Albert als Travestiekünstler auftritt.

An der Zugerstrasse 67 treffen sie auf den unkonventionellen etwas rostigen unter freiem Himmel stehenden Coiffeurstuhl des Salon Sutha von Thanigasalam Suthakaran aus Sri Lanka.

Zwei weitere Ready Made Interventionen finden sie an der Kreuzung Zugerstrasse / Fliederweg. Die erste „Croatian palms„(siehe Artikelbild „Fliederweg) mit ihrem mediterranen Flair ist eine Kroatische Fahne mit Blick auf den Palmengarten und dem dazugehörigen Parkplatz, die mit dem Exotischen und Fremdartigen spielt.

Vis-à-vis bildet die zweite Intervention der Centralgarage Binzegger Auto AG „Stars&Strips„, die im Sonnenlicht glänzend und im Winde flatternd einen Hauch von USA ins idyllische Zug bringt.

Abschreckung des Geländes des Autohändlers an der Zugerstrasse

Stars&Strips ursprünglich als Nickname für die Flagge der USA öffnet vielfältige Assoziationen. Im Kunstkontext sei an die bekannteste erinnert wie zum Beispiel:

Danach überschreiten sie die Stadtgrenze von Zug und gehen über Land weiter Richtung Baar.

Rechter Hand eingangs Baar sehen sie eine für den Kanton Zug typische Plantage: Kirschbäume.

Kirschbaumplantage zwischen Zug und Baar

Auf der Webseite „zugerchriesi.ch“ finden sie viele weitere Infos um die Kirschen und die Zuger Kirschen Kultur.

Endlich in Baar angelangt machen sie sich auf an die Bahnhofstrasse.

Hier hat die internationale Hotelkette Ibis einen Standort. Das komplett rauchfreie Hotel gegenüber des Bahnhofs und ist gut von der A4a zu erreichen. Reservieren Sie eines der 66 komfortablen, klimatisierten Zimmer mit Kabelfernsehen und nutzen Sie die Ausstattung des Hotels mit einer Bar, in der 24 Stunden am Tag kleine Mahlzeiten serviert werden. Geschäftsreisende schätzen den kostenlosen WLAN Zugang und die einschlägig bekannten Dienstleistungen des Sexgewerbes, das der Kanton mit inniger Vehemenz bekämpft, indem es keine gesetzlichen Bestimmungen erlässt.
> Siehe Seite 75, „Der Sexmarkt in der Schweiz: Kenntnisstand, Best Practices und Empfehlungen, Teil 2 – Rechtsrahmen„, Géraldine Bugnon, Milena Chimienti, Laure Chiquet; Uni GE 2009.

Nach erfolgter Entspannung verlassen sie Zug via die Bahnhofstrasse und biegen sie in die Rathausstrasse ab weiter in Richtung Inwilerstrasse.

Bevor sie Baar auf der Inwilerstrasse verlassen oder bei der Leigasse 2 einen Abstecher ins Sekretariat der Höllgrotten Baar machen, haben sie noch eine letzte Gelegenheit sich für den Schlussspurt einen Proviant zu verschaffen im lokalen „Hofladen„.

Hofladen, Baar

Hochspannungsleitung Zug-Baar

Folgen sie nun der Inwilerstrasse übers Feld zurück nach Zug.

Nach der Hochspannungsleitung nehmen sie den Weg rechts bis sie in die Baarmattstrasse einmünden.

An der Baarerstrasse 3 stehen sie nun unvermittelt vor dem Sitz des weltweit grössten Rohstoffhändlers – der Glencore International AG mit einem Turnover von US$ 186 Billionen im Steuerjahr 2011. Davon zahlt der Gesamtkonzern Glencore 2010 laut Börsenprospekt 234 Millionen US-Dollar Steuern. Wie viel davon in der Schweiz landete, wollen auf Anfrage weder die Zuger Steuer­behörde noch Glencore verraten (WOZ, 23.2.12: Wie Glencore dreckige Rohstoffe vergoldet).
Die Kunst auf dem Unternehmensgelände mit den schwarz-weiss gefleckten Kühen bildet  dazu einen stimmungsvollen Gegensatz.

Firmengelände der Glencore International mit Kühen

 

Beieindruckt von dieser unvorstellbaren Kapitalanhäufung marschieren sie nun beschwingt der Baarermattstrasse entlang weiter und biegen in den Ibelweg ein und biegen dann links ab in die Oberallmendstrasse.

Hier treffen sie auf die Ready Made Installation „Recycling without children“ des Quartiers Oberallmendstrasse.Abfallcontainer und Trampolin mit Schaukelstange, Oberallmendstrasse Zug

Wer es etwas weniger zeit-genössisch mag, kann sich auf der Webseite

Top 10 Recycling Websites for Kids“  kundig machen.

Folgen sie nun der Oberallmendstrasse weiter und biegen sie dann rechts in die Göbelinstrasse.

Falls ihr Proviant vom Hofladen nicht gereicht hat, können sie nun einen Zwischenrast am Kiosk „Göbeli“ machen und nutzen sie den Treffpunkt zum Austausch mit Menschen.

Frisch gerastet nehmen sie nun die letzte Meile in Angriff und biegen in die Baarerstrasse Richtung Bahnhof ein.
Bei der Nummer 84 haben sie die Gelegenheit auf

4: Brauchen was rumsteht „Die Rezipientinnen und Rezipienten“ mit Anna Bühler

zu reagieren.

Die Interventionen werden auf http://www.rezipientenproduktion.ch unter „Durchgeführte Aktionen“ fortlaufend dokumentiert.
Werden Sie Teil der kollektiven Autorschaft «Die Rezipientinnen und Rezipienten», indem Sie eigene Ideen des Umgangs mit Kunst im öffentlichen Raum formulieren und an dierezipientInnen@gmx.ch schicken oder vor Ort Handlungsanweisungen wie die folgenden erproben:

Reagieren Sie auf Kunst, die Ihnen zusagt, mit Applaus.

Formen Sie ihre Hände vor dem Mund zu einem Trichter. Unterhalten Sie sich auf diese Weise laut mit jemandem über ein Kunstwerk, das Ihnen Rätsel aufgibt.

Entlocken Sie einem Kunstwerk Töne.

Brechen Sie angesichts eines Kunstwerkes in Tränen aus.

Knien Sie sich mit zur Kunst erhobenem Blick hin. Legen Sie sich auf den Bauch.
Knien Sie sich erneut hin und erheben Sie Ihren Blick. Stehen Sie auf.
Wiederholen Sie den Bewegungsablauf einige Male.

Reagieren Sie auf die Kunst wie Fans auf ihre Fussballmannschaft.

Versuchen Sie, ein Werk, das Ihr ästhetisches Empfinden stört, auf einer Fotografie
schön aussehen zu lassen. Schicken Sie die Fotografie an dierezipientinnen@gmx.ch.
Sie wird auf http://www.rezipientenproduktion.ch veröffentlicht.

Als Künstler_in geadelt überqueren sie nun die Baarerstrasse und folgen dem Tirolerweg bis zur Äusseren Güterstrasse und betreten das Gelände des „Ökihof„.  Die Zuger Entsorungstelle verfügt auch über zwei Webcams:

So können sie jederzeit sicherstellen, dass Zug sauber und makellos bleibt. Entledigt von allen nicht mehr persönlich gebrauchten Dingen, verlassen sie das Gelände und kehren zurück an die Baarerstrasse vorbei am „Galvanostuido Zug„, wo sich die Dinge vergolden lassen, die sie nicht entsorgt haben.
 
 
Zum Abschluss der Führung gehen sie nun die Baarerstrasse weiter, machen einen Schwenk in die Metallstrasse und tauchen ein die Metalli.
 
 
In der Einkaufsallee der Metalli Zug in der Passage zwischen Metallstrasse und Gotthardstrasse.

16 : „change in room“ von Sandra Schuler
Die Ausstellung „change in room“ ist das Resultat einer Zusammenarbeit mit fünf 13-14jährigen Mädchen aus der Region Zug.
Die Künstlerin und die Mädchen haben sich während sechs Wochen ein Mal in der Woche getroffen und ihren Umgang mit Mode sowie ihrem Style in Anlehnung an die künstlerische Feldforschung untersucht. Es ging beispielsweise darum, die alltägliche Handlung des Kleider-Kaufens nach den eigenen Strategien zu hinterfragen. Die Umkleidekabine spielt dabei einen wichtigen Ort, da in Umkleidekabinen entschieden wird, welche Kleidung die eigene Identität in der Öffentlichkeit vermitteln soll. Der Titel „change in room“ klingt ausgesprochen wie changing room (englisch für Umkleidekabine) und verweist auf Veränderungen die im Raum der Umkleidekabinen und im Zeitraum des Workshops geschehen. Aus dem Bild- und Fotomaterial (Fotos aus Umkleidekabinen und von einem Fotoshooting in der Altstadt von Zug) haben die Mädchen je ein Moodboard zu ihrem Style gestaltet. Diese Moodboards wirken wie Collagen und zeigen die Mädchen eingebettet in ihre aktuellen Inspirationen zum eigenen Style.

Der Besucher der Umkleidekabine soll beim Betreten der Kabine an eigenen Erfahrungen in Umkleidekabinen erinnert werden und sich Gedanken zum eigenen Umgang mit Mode machen.

Nachdem sie sich vom Shoppingfieber geheilt worden sind verlassen sie die Metalli.

Abschliessend treffen sie, bevor sie sich wieder an den Bahnhof begeben, noch auf die UBS Skulptur „Modell einer Kosmologie“ von Matt Mulligan von 1996. Wie früher die alten Enzyklopädien sammelt der Künstler die heutige Welt in Form von Piktogrammen.

Um mehr über die dunkle Seite der UBS zu erfahren konsultieren sie zum Beispiel den Artikel „US determined to unlock Switzerland’s Banking secrets“ (Guardian, 14.11.2008).

Sensibilisiert auf die Zuger Schattenseiten, Abgründe und Hintergründe gönnen sie sich einen letzten Kaffee vor ihrer Abfahrt … Kaffepause

Juerg Luedi, 25.6.2012

Über juerg luedi

Artist HGK BA in Fine Arts HEAD MA in Fine Arts Major Art in Public Spheres MAPS HSLU
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